Systematische Homöopathie

R. Sankaran entwickelte in den Achtziger und Neunziger Jahren ein neues Verständnis vom Wesen der Krankheit. Damit verbunden ergaben sich neue Aspekte bei der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und der Verschreibung (Arzneimittelwahl). Er versuchte Arzneimittel nach bestimmten Gruppen zusammenzufassen und nahm dazu botanisches und zoologisches Wissen zu Hilfe.

Ab dem Jahr 2000 vollzog sich in seiner Entwicklung ein weiterer Sprung: Er entdeckte gemeinsame Themen von Pflanzenfamilien. Das Herausarbeiten von zentralen Themen eines Patienten (er nannte es "basic delusion"). Bei der Anamnese führte es zu immer tragfähigeren Verschreibungen und besseren Therapieerfolgen.

Die wichtigsten Elemente dieser Methode sind:

  • Die Ermittlung von sich wiederholenden Verhaltensmotiven in verschiedenen Seinsbereichen des Patienten
  • Neue Form der Anamneseerhebung, ausgehend von der Hauptbeschwerde
  • Strukturierung der Anamneseführung durch Gliederung der zehn Ebenen
  • Erarbeiten der so genannten "Vitalempfindung"
  • Differenzierung in die drei Reiche Tier-, Pflanzen- und Mineralreich
  • Körpersprache, Gestik und Mimik werden als Ausdruck tiefer innerer Muster berücksichtigt

Die systematische quellenorientierte Verordnung

I. Schlingensiepen-Brysch arbeitete zunächst nach der Sankaran-Methode, entwickelte sie dann aber aufgrund ihrer eigenen Praxiserfahrung weiter: Wenn es dem geübten Homöopathen gelingt, dem Patienten den Zugang zu seinem eigenen verborgenen Wissen zu ermöglichen, ist dieser in der Lage sein Similimum selbst zu erfahren, denn die Kenntnis darüber ist bereits im Unterbewusstsein eines jeden Patienten vorhanden. Hierbei kann es sich um ein Mittel handeln, das dem Homöopathen bisher unbekannt war und in keinem homöopathischen Nachschlagewerk zu finden ist. Es hat sich gezeigt, dass ein Arzneimittel, das von dieser "Quelle" zubereitet wird, erstaunlich tiefe Heilerfolge erzielt.

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